Trotz Corona: Spargelverkauf auf Hofläden läuft gut

Schleswig-Holsteins Spargel-Bauern sind erleichtert. Der Absatz auf Hofläden, Hofständen und Wochenmärkten läuft nach Angaben der Landwirtschaftskammer trotz der Corona-Pandemie gut. «Er wird durchweg von den Betriebsleitern als positiv bewertet», sagte Spargel-Experte Thomas Hanf. «Was jedoch schmerzt, ist der Wegfall der Gastronomie. In dem Bereich gab es bislang keinen Umsatz. Der läuft jetzt erst langsam an.


Qualität und Menge des Spargel sind den Angaben zufolge gut, «doch es ist ein anstrengendes Jahr wegen der Corona Auflagen», sagte die Sprecherin der Landwirtschaftskammer, Isa-Maria Kuhn. Zwar seien Einreisebeschränkungen wegen des Corona-Virus zum Saisonstart gelockert worden. Trotzdem hatten die viele Spargelbetriebe Schwierigkeiten, die notwendigen Arbeitskräfte aus dem Ausland zu bekommen. «Die meisten müssen mit weniger Saison-Kräften auskommen als in den Vorjahren, sagte Hanf. Letztendlich seien «die meisten Betriebe zu einem geregelten Betrieb gekommen.»


Einige Landwirte haben eine Art Selbst-Pflücken für Spargel angeboten. «Die haben Spargelreihen an Verbraucher "vermietet". Die bekamen eine Einweisung und mussten sich selber um ihre Reihen kümmern», erklärte Hanf. Auch wenn bei den «Amateur»-Stechern einzelne Spargelpflanzen verletzt wurden, sei das Ergebnis gut. Denn die Betriebe hätten nicht ihre jüngsten, ertragsreichen Spargelanpflanzungen vermietet, sondern jene, die auslaufen. «Also eine Arbeitserleichterung für die Saisonkräfte, die sich auf die Ernte der ertragsreichen Spargelanlagen beschränken konnten.»


An einigen Stellen schießt der Spargel schon jetzt ins Kraut. «Das sieht aus wie große Schachtelhalme oder riesiger Dill», sagte Kuhn. Nichts ungewöhnliches, erklärte Hanf. «Wir haben frühe Spargel-Sorten und späte in Schleswig-Holstein. Der erste Spargel wird ab Anfang April gestochen. Auf diesen Feldern geht es jetzt langsam raus aus der Produktion.» Und jung angelegten Spargel-Feldern werde im ersten Jahr gar nicht gestochen. Im zweiten Jahr dauert die Ernte eine Woche, und im dritten zwei Wochen.


Richtig frischen, heimischen Spargel gibt es nur bis zum 24. Juni. Dann geht die Spargelsaison 2020 offiziell zu Ende. «Johanni» ist seit Beginn des 19. Jahrhunderts der letzte Erntetag des leckeren Liliengewächses. Den Rest des Sommers braucht die Pflanze, um Kraft zu sammeln für die folgende Saison, sagte Daniela Rixen von der Landwirtschaftskammer.


In Schleswig-Holstein gibt es derzeit rund 45 Spargel-Betriebe. Sie werden auf 400 Hektar ungefähr 1900 Tonnen ernten, sagte Kuhn. Schleswig-Holsteines Spargel wird zu 90 Prozent direkt vermarktet. Es sei zu früh für eine Beurteilung, ob dieses Jahr betriebswirtschaftlich eine gute Saison wird, sagte Kuhn. Fest steht jedoch: «Die Betriebe haben in diesen Wochen eine gesteigerte Wertschätzung ihrer landwirtschaftlichen Produkte registriert», sagte die Kammersprecherin.

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